BILDER DER ARBEIT
 
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Virtuelles Museum - Historische Synopse 6:
Die konfliktreichen Zwanzigerjahre
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1919...............................................................................................................................................1929
Kritik der kapitalistischen Produktionsverhältnisse


Birkle, A.: Arbeiter
unter der Maschine,
1919

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Masereel, F.: Der ideale Arbeiter der Zukunft, 1919

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Felixmüller, C.:
Kohlenbergarbeiter,
1920

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Grosz, G.:
Unternehmer-
Initiative, 1920

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Nagel, O.: Anilinarbeiter,
1928

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Seiwert, F.W.:
Klassenkampf,
1922


Hoerle, H.:
Fabrikarbeiter,
1922


Arntz, G.: Ruhe und
Ordnung, 1926

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Blut und Boden...
    "Neue Sachlichkeit"

Erler, E.: Die
Reife, 1920 ca.

 
Demuth, C.:
Buildings, 1923


Völker, K.: Industriebild, 1923/24

Wunderwald, G.: Fabrik in
Moabit, 1926 ca.

Grossberg, C.: Komposition mit Turbine, 1929
Neue Varianten des Arbeitsbildes

Gessner, R.: Stahlwerk, 1920

Kupferschmid, H.:
Schmiedepresse, 1921


Bösken, L.: Schienenzieher, 1922 ca.


Deineka, A.: Im
Donbass, 1925

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Zolnhofer, F.:
Bergleute, 1926


Schatz, O.R.: Fabrik, 1927
Fortsetzung des etablierten Industriebildes

Scherban, A.: In der Fabrik,
1920

Heijenbrock, H.: Einsetzen des
Glashafens..., 1920 ca.


Sandrock, L.: Herausholen des Schmiedestücks, ca. 1920

Veit, E.: Die Kipper, 1921

Gessner, R.: Gaswerk Düsseldorf, 1925
Nach dem 1. Weltkrieg schlagen sich Kriegserleben, Revolutionserfahrung, politische Kämpfe und verschärfte Durchkapitalisierung und Organisierung der Gesellschaft in konfliktären Diskursformationen nieder. Zugleich setzt die gesamtgesellschaftliche Situation eine bislang nicht gekannte kulturelle Kreativität in nur 15 Jahren frei, so wie darauf eine bislang nicht gekannte zwölfjährige Repression jeglicher Kreativität folgt. Die Bildproduktion zum Thema der Arbeit erreicht ein historisch einmaliges quantitatives wie qualitativ differenziertes Ausmaß. Wird einerseits die Massenproduktion des inzwischen konventionalisierten Industriebildes fortgesetzt – eine Entwicklung, die relativ bruchlos in das für den Nationalsozialismus typische Industriebild einmündet – und entstehen bereits Vorläufer der Blut-und-Boden-Malerei (vgl. das Beispiel von Erler), so differenzieren sich Formen und Inhalte anderer Strömungen in ein breites Spektrum aus. Die Spannweite reicht von einem gemäßigt expressiven dokumentarischen Stil (z.B. bei dem frühen Gessner, bei Kupferschmid, Bösken oder Zolnhofer) über neu-sachliche Ästhetik mit ganz unterschiedlichen Paradigmen und Wertungen (von der scharfen Gesellschaftskritik z.B. von Völker oder Schatz bis zur propagandistischen Affirmation des Russen Deinekas), weiter über expressionistische Darstellungsformen, z.B. Birkles oder Felixmüllers, hin zum Linksrealismus der Veristen (z.B. Dix, Grosz) und der politischen Konstruktivisten (z.B. Arntz, Seiwert, Hoerle). Die bildende Kunst ist nun explizit politisch geworden, versucht mit ihren Mitteln die gesellschaftliche Wirklichkeit zu verändern; sie entfacht einen Bilderstreit über die Wahrheit der modernen Gesellschaft und ihre Weiterentwicklung, wobei die in Bildform kommunizierten Konstruktionen der Wirklichkeit kaum disparater hätten ausfallen können.