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BILDER DER ARBEIT
 
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Virtuelles Museum - Historische Synopse 1:
Mittelalter bis Anfang des 16. Jahrhunderts
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Kalendarien der Landarbeit
Monatsbilder in fürstlichen Gebetbüchern
fü
mythologisches Arbeitsbild
Kritik und Lob des Geldes
b
Bibelillustrationen

Gesundheitsbücher

Handwerker

Ill. Handschriften

Feudalismuskritik

Kaufruffolgen
frühe Eisenindustrie

Das Arbeitsbild des Mittelalters dient als Illustration von Texten oder steht anstelle von Texten; die dargestellte Arbeit ist stets eingebettet in andere Kontexte, Arbeit erscheint nicht als ein ausdifferenzierter Bereich für sich. Eine lange Tradition haben Arbeitsdarstellungen im Jahresrhythmus (Monatsbilder), sie sind häufig in eine astrologische Kosmologie eingebunden. Illustrationen von Rechtswerken (z.B. dem Sachsenspiegel) erläutern die kodifizierten Normen und Prozesse. Bibelillustrationen interpretieren und veranschaulichen den Text, sie transponieren ihn in die jeweils zeitgenössischen Lebenswelten. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts verändert sich mit den großen Umwälzungen der europäischen Kultur (wie z.B. Reformation, Entdeckungs- und Kolonisierungsreisen, Beginn moderner Naturwissenschaft) die Konstruktion des Arbeitsbegriffes. Dies wird auch im Arbeitsbild ausgedrückt. In fürstlichen Stundenbüchern entwickelt sich eine eigenständige Kunstform des Monatsbildes mit einer ausgeprägten Ästhetisierung feudalistisch ausgebeuteter Arbeit, die in Holzschnitten erstmals kritisch reflektiert wird. Unter Nutzung von Mythologien des Altertums formuliert die Renaissance ein Idealbild des männlichen Arbeitskörpers, das bis in die 1940er Jahre gültig bleiben wird. Erste selbstständige Arbeitsfiguren treten in Handwerker und Kaufruffolgen auf sowie in illustrierten Handschriften. Der entwickelte Handelskapitalismus und die mit ihm gegebene zunehmende Geldabhängigkeit finden ihren Niederschlag einerseits in kritischen Darstellungen von Geldgier und Habsucht, andererseits in ersten Bildnissen selbstbewusster reicher Kaufleute. Schon in der ersten Hälfte des 16. Jhs tauchen Gemälde protoindustrieller Anlagen im Landschaftskontext auf.